Sehenswürdigkeiten

Zwickauer Hauptmarkt mit Rathaus
Zwickauer Hauptmarkt mit Rathaus

900-jähriges Juwel stellt sich vor

Zwickau - Die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt

Bei Stadteroberern mit einem Faible für geschichtsträchtige Orte steht Zwickau allzeit hoch im Kurs. Für Menschen mit Erlebnishunger, Feierlaune oder für Leute auf der Suche nach besonderen Open-Airs auch. Zwickauer Feste unter freiem Himmel rangieren in der Beliebtheitsskala weit oben. Grund dafür ist ihr unverwechselbares Flair.

Angenehmer erster Eindruck – die 900-jährige Stadt an der Zwickauer Mulde hat eine jahrhundertealte, liebevoll erhaltene Altstadt, dazu wunderschöne Grünareale gleich in der Nähe.

Genau dieses Ambiente lässt Veranstaltungen unter freiem Himmel wie das Zwickauer Stadtfest, das Historische Markttreiben, die große Kinder- und Familienfete ZWIKKIFAXX oder das zauberhafte Lichterfest am Schwanenteich zum besonderen Erlebnis für Menschen aller Altersklassen werden. Ein Vorteil aus Sicht neugieriger Entdecker: stadtgeschichtsprägende Zeitzeugen-Giganten liegen in Zwickau recht nahe beieinander.

Sie lassen sich im entspannten Spaziergang, mit dem Segway oder mit dem Fahrrad auf erholsame Weise erobern. So kann gerade hier, in der Heimstätte des Automobilbaus, das Kraftfahrzeug auch mal stehen bleiben.

Für den idealen Erkundungseinstieg

empfehlen sich die Priesterhäuser am Domhof 5–8. Das ist die Adresse von Mitteldeutschlands ältestem und noch dazu 1a erhaltenem Wohnhausensemble und kinderleicht zu finden. Es steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum 88 Meter hohen, stadtbildprägenden und in seinem Inneren überwältigenden Dom St. Marien (unbedingt anschauen: den Wohlgemuth-Altar!). Im historischen Teil der Priesterhäuser spürt man die Lebens- und Alltagswirklichkeit des Spätmittelalters hautnah. Im angrenzenden Museumsneubau gibt es eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und richtig spannende Sonderschauen. Die frischen Eindrücke verarbeiten und Pläne für die anschließende Stadttour schmieden kann man nebenan, im urigen Brauhaus oder in einer von vielen innerstädtischen Einkehroasen.

Der Altstadtbummel

lässt sich gut thematisch angehen. Beliebt ist der Luther-Rundweg. Zwickau war nach Wittenberg die zweite Stadt, in der sich die Reformation vollständig durchsetzte, die hier um 1525 weitgehend eingeführt war. Martin Luther predigte im Zeitraum vom 30. April bis 2. Mai 1522 viermal vor Tausenden Menschen, auch aus dem Zwickauer Rathaus. Das historische erste Haus der Stadt ist in seiner Ausstattung auf dem neuesten Stand. Von hier schaut man in Richtung Osten auf das Denkmal des in Zwickau geborenen romantischen Komponisten Robert Schumann (1810-56), der hier seine Jugendjahre verbrachte. Sein Geburtshaus steht auf dem Westspiegel, am Hauptmarkt 5. Als Museum, Forschungs- und Veranstaltungsstätte ist es eine unerschöpfliche Quelle für Musikenthusiasten, die viel über Robert und seine Frau, die Pianistin Clara Schumann (geb. Wieck), erfahren möchten. Bleibendes schenkte auch Schumanns Vater August der Menschheit. Der Verlagsbuchhändler erfand das Taschenbuch. Das älteste Haus am Platz ist die „Alte Münze“. Das Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert und war einst Münzstätte.

Nur ganz wenige Schlenderminuten

entfernt von der Stadtmitte der ca. 91.000-Einwohner- Stadt liegt ein wundervolles Grünareal: das Muldeparadies. Es gehört, ähnlich wie das innerstädtische Schwanenteichareal, zu den schönsten öffentlichen Parkanlagen Sachsens. Als Teil des Mulde-Radwanderweges, des überregionalen Lutherweges sowie des Jakobsweges lädt es zu entspannten Rad- und Wandertouren in die Region ein. Wer von dort aus in Richtung Norden wandert, entdeckt prächtige Bauten wie die Katharinenkirche, das Schloss Osterstein in Nachbarschaft zum Kornhaus, das die supermoderne Stadtbibliothek Zwickau mit großzügiger Fläche auf dreieinhalb Ebenen, beherbergt. Das Kornhaus ist ein echter Zeitzeugen-Gigant, denn das Gebäude von 1481 ist der größte Profanbau Zwickaus und der größte mittelalterliche Kornhausbau Sachsens. Die Mehrgeschossigkeit und Konstruktion des Dachstuhls machen diesen Bau zum national bedeutsamen Denkmal.

Im Zwickauer Norden

locken beeindruckende Besuchermagnete. Kunstfreunde zieht es ins Max-Pechstein-Museum. Das ist am 11. April 2014 als Hommage an den in Zwickau geborenen Expressionisten und „Brücke“-Maler Max Pechstein (1881–1955) im Beisein seiner Enkel und Urenkel eröffnet worden. Die Dauerausstellung ist die weltweit umfangreichste ihrer Art. Fast zeitgleich feierten die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU, deren Geschichte am 23. April 1914 als König-Albert-Museum begann, ihren 100. Geburtstag. Als KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum hat die Einrichtung in der Lessingstraße 1, die zu den bedeutenden Kunstmuseen in Mitteldeutschland zählt, seither für Gäste aus aller Welt an Anziehungskraft enorm gewonnen. Ebenfalls in der Lessingstraße 1 befinden sich das Stadtarchiv als wertvolles Gedächtnis der Stadt sowie die Ratsschulbibliothek als älteste öffentliche Bibliothek Sachsens. Der Blick in Richtung Zwickauer Norden verspricht aber noch weitere Superlative.  So steht in der Leipziger Straße 182 das Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Wer den Jugendstilsaal mit fünf Terrassen erstmals erblickt, ob Publikum oder Künstler, verfällt ob des prachtvollen Ambientes in begeistertes Staunen. Ergänzt wird diese Spielstätte durch zwei weitere im wahrsten Wortsinne runde Veranstaltungsorte: den Alten Gasometer und die Stadthalle.

Weltbekannte Adresse für Autonarren

ist die Audistraße 7. Hier steht ein weiterer Garant für große Staune-Augen – das August Horch Museum. Es trägt den Namen des Autopioniers, der genau an diesem Ort mit Horch und Audi voll durch startete und den weltweiten Siegeszug des sächsischen Fahrzeugbaus anschob, ohne den die deutsche Autogeschichte undenkbar wäre. Das Museum zeigt ab Juni 2017 auf 6.500 m2 über 70 Großexponate, darunter den ältesten Audi, den ältesten in Zwickau erbauten Horch und den DKW F1, den ersten vollwertigen Kleinwagen mit Frontantrieb in Serienfertigung. 1932 schlossen sich die sächsischen Automobilhersteller Horch, Audi (Zwickau), DKW (Zschopau) und Wanderer (Chemnitz) zur Auto Union AG zusammen. Als Firmenlogo dienten vier verschlungene Ringe, die die vier Marken symbolisierten und noch heute auf jedem Audi prangen. Nach dem Krieg ging es hier mit dem liebevoll „Rennpappe“ genannten Trabant weiter. Seit der Wende wird die Erfolgsgeschichte von der Volkswagen Sachsen GmbH im Fahrzeugwerk Zwickau fortgeschrieben.

Zu den umwerfenden Attraktionen

zählt zweifelsohne auch das Johannisbad im Schlobigpark. Der extravagante Bau verspricht Erholung: Plantschen, Schwimmen, Sauna und Wellness. Das architektonisch einzigartige Kleinod vereint Epochen von Jugendstil und Neogotik mit einem Hauch orientalischer Badekultur. Genau der richtige Tour-Abschluss für fleißige Zwickau-Entdecker!