(Über) 900 Jahre Zwickauer Stadtgeschichte - Neue Chronik der Stadt Zwickau liegt vor

Die neue Chronik der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt Zwickau ist fertig! Nach fast fünfjähriger Arbeit konnte das dreibändige Werk heute und damit vor dem Festjahr „900 Jahre Zwickau“ in einem Pressegespräch vorgestellt werden. Am Montag, dem 20. November findet eine öffentliche Präsentation im Rathaus statt, ab Montag ist die Stadtchronik im Buchhandel erhältlich. Bereits jetzt zeichnet sich ein großes Interesse ab: Inzwischen sind rund 1.000 Vorbestellungen eingegangen.

Ein „Mangel“ wird durch rund 20 Autoren geschlossen

Mit dem Erscheinen des knapp 800 Seiten starken Werkes wird auch ein Mangel behoben: Zwickau besaß bisher keine aktuelle und wissenschaftlich fundierte Chronik. Die letzten beiden erschienen bereits im 19. Jahrhundert bzw. 1993. Die Publikation aus den Jahren 1839 und 1845, verfasst von Dr. Emil Herzog, basiert auf der Auswertung stadtgeschichtlicher Dokumente und enthielt Informationen zu Topografie und Statistik (Bd. 1) sowie eine umfangreiche Jahresgeschichte (Bd. 2). Das bisher letzte stadtgeschichtliche Werk ist kurzgefasst im Faktenstil und seit vielen Jahren vergriffen.

Bereits 2012 reifte daher mit Blick auf das Stadtjubiläum 2018 der Gedanke, eine neue Chronik zu erarbeiten, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Das Redaktionsteam um Kulturamtsleiter Dr. Michael Löffler entschied sich frühzeitig, die zu erarbeitende Publikation nicht nur als Aneinanderreihung von Fakten und Jahreszahlen herauszugeben. Ziel war vielmehr, wichtige historische Etappen in eigenen Artikeln darzustellen. Der Zwickauer Stadtrat bestätigte im Juni 2013 einstimmig dieses Vorhaben und bewilligte 60.000 Euro. In der damaligen Beschlussvorlage war auch formuliert, dass die Herausgabe der Chronik im November 2017 erfolgen soll.

Am Zustandekommen waren seither rund 20 Autoren beteiligt. Die Verfasser widmen erstmals in einer städtischen Chronik den Epochen der Industrialisierung, der beiden großen Kriege und der Diktaturen umfängliche Kapitel. Darüber hinaus konnten durch die Forschung der vergangenen Jahre aber auch weitere interessante Details zu Tage gefördert werden. So stammt z. B. die Alte Münze – gegenüber dem Robert-Schumann-Haus – nicht aus dem Spätmittelalter, sondern aus dem Hochmittelalter und ist somit deutlich älter als bisher angenommen.

Artikel zu Epochen der Stadtgeschichte und Kurzbiographien in zwei Bänden

Das Werk, das bei der Westermann Druck Zwickau GmbH gedruckt wurde und im Sandstein Verlag Dresden erschienen ist, umfasst drei Bände. Die ersten beiden enthalten Beiträge zu stadtgeschichtlichen Epochen. Der erste Band beschäftigt sich mit den Geschehnissen ab 1118 (Ur- und Frühgeschichte eingeschlossen) bis hinein ins 18. Jahrhundert.

Band zwei beginnt mit der industriellen Revolution und endet im Zwickau der Gegenwart. Die Artikel beleuchten beispielsweise archäologische Funde und Erkenntnisse zur Stadtentstehung Zwickaus, die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, die Stadtentwicklung vom Beginn der Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg, jüdische Schicksale zwischen 1933 und 1945 oder die Industrie in der DDR-Zeit. Bernd-Lutz Lange schildert unter dem Titel „Zwickau – vom Wandel einer Stadt“ seine Beobachtungen zur Zeit nach der friedlichen Revolution. Dass der Beitrag zum Steinkohlebergbau nicht chronologisch eingeordnet ist, verwundert nicht: Immerhin prägte das „schwarze Gold“ Zwickau mehr als sechs Jahrhunderte lang.

Ergänzt werden diese Beiträge um Artikel zu Persönlichkeiten, die in engem Zusammenhang mit der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt stehen. Diese sind den jeweiligen stadtgeschichtlichen Abschnitten zugeordnet. Betrachtet wird das Leben und Wirken von weltbekannten Personen, wie beispielsweise Robert Schumann, Max Pechstein oder Gert Fröbe. Erwähnung finden aber auch Menschen, die heute nicht einmal allen Zwickauern bekannt sind, wie Franz Steussing, Carl Bose oder Ernst August Geithner.

Die neue Chronik skizziert damit das Bild der historischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung der heute viertgrößten Stadt im Freistaat Sachsen.

Ein „Zeitstrahl“, der mehr als 2.000 Jahre umfasst

Der dritte Band umfasst schließlich die eigentliche Chronik sowie einen umfangreichen Statistikteil. Auch wenn der größte Teil der „Zahlen, Fakten und Bilder“ das 18., 19. und 20. Jahrhundert betrifft und der Zeitraum des 13. bis 17. Jahrhunderts gewürdigt wird, einzelne Aspekte werden auch für die Zeit von vor Christus bis zum 12. Jahrhundert benannt. Im „Statistikteil“ werden historische Straßen ebenso aufgeführt wie die Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt, wie Eingemeindungen und Einwohnerzahlen, wie Schulen ab 1290 oder Kirchen, Kapellen und Friedhöfe. Das Autoren-, Personen- und Ortsregister beschließt den Band und damit die Chronik.

Diese wurde einem fünfköpfigen Redaktionsteam herausgegeben, dem neben Dr. Michael Löffler auch Dr. Angelika Winter (Mitarbeiterin des Stadtarchivs i. R.), Dr. Lutz Mahnke (Leiter Ratsschulbibliothek), Benny Dressel (Mitarbeiter Stadtarchiv Zwickau) und Daniel Jakob (Mitarbeiter Priesterhäuser) angehörten. Sie zeichneten für die Konzeption des stadthistorischen Werkes verantwortlich, lasen Korrektur, redigierten und erstellten die Verzeichnisse.

Gedruckt wurde das dreibändige Werk bei Westermann Druck Zwickau, als Verlag fungiert der Sandstein Verlag Dresden. Die Chronik ist in einer Auflage von 1.600 Stück erschienen. Sandstein und Stadtverwaltung warben bereits seit der Leipziger Buchmesse im März für die aufwendige Publikation. Der Versand dieser Exemplare beginnt am 17. November.

Am kommenden Montag findet um 18 Uhr die öffentliche Vorstellung der Chronik im Bürgersaal des Rathauses statt. Auf dem Podium nehmen neben Dr. Michael Löffler die Autoren Frank Armin Müller und Hasan Soilihi Mzé sowie Dr. Angelika Winter vom Redaktionsteam und Lutz Stellmacher, Geschäftsführer des Sandstein Verlages, Platz. Moderiert wird der Abend von Dr. Lutz Mahnke, dem Leiter der Ratsschulbibliothek. Die Stadtgeschichte kann an diesem Tag letztmals zum Subskriptionspreis von 59 Euro erworben werden. Danach kosten die drei Bände im Schuber 79 Euro.

Chronik Zwickau

Herausgeber: Kulturamt der Stadt Zwickau

27 x 24 cm, Festeinband

erscheint am 20.11.2017

3 Bände im Schuber inkl. Kartenmappe

79 Euro

Subskriptionspreis bis 20.11.2017: 59 Euro

ISBN 978-3-95498-267-7

  • Band I
    Von den Anfängen bis zum 18. Jahrhundert
    etwa 224 Seiten, etwa 120 Abb.
    29 Euro
    ISBN 978-3-95498-263-9
  • Band II
    Vom Beginn der industriellen Revolution bis in die Gegenwart
    29 Euro
    etwa 240 Seiten, etwa 180 Abb.
    ISBN 978-3-95498-264-6
  • Band III
    Eine Chronik in Zahlen, Fakten und Bildern
    etwa 400 Seiten, etwa 200 Abb.
    29 Euro
    Subskriptionspreis bis 20.11.2017: 24 Euro
    ISBN 978-3-95498-265-3
Die neue Stadtchronik ist fertig!
Sie präsentierten das dreibändige Werk (v.l.n.r.): Michael Wrobel (Geschäftsführer Westermann), Dr. Angelika Winter (Redaktionsteam), Bürgermeister Bernd Meyer, Kulturamtsleiter Dr. Michael Löffler, Lutz Stellmacher (Geschäftsführer Sandstein Verlag)